Ixelles und Flagey: wo Brüssel wirklich lebt
Ixelles ist die Gemeinde, wo Brüsseler essen, trinken und flanieren. Art-Nouveau-Fassaden, der Flagey-Platz, die Teiche und beste Cafés.
Brussels: Art Nouveau Brussels Tour
Auf einen Blick
- Vom Brüsseler Zentrum
- 20 Min. zu Fuß vom Grand-Place, oder Straßenbahn 81 zum Flagey
- Empfohlen für
- Art-Nouveau-Fassaden, lokale Restaurantszene, Spaziergang an den Flagey-Teichen
- Währung
- Euro (€)
- Art-Nouveau-Besichtigungen
- Viele Fassaden kostenlos sichtbar; Horta Museum €10, Voranmeldung empfohlen
- Flagey-Markt
- Samstag 08:00–14:00, Place Eugène Flagey
Das Brüssel, das Touristen verpassen und Einheimische lieben
Ixelles (auf Niederländisch: Elsene) ist die am dichtesten besiedelte Gemeinde Brüssels und eine der architektonisch reichsten Europas. Das grob dreieckige Gebiet liegt südöstlich des historischen Zentrums, angrenzend an den Sablon, das Europäische Viertel und die baumgesäumten Alleen von Ixelles und Etterbeek.
Die meisten Kurzreisenden nach Brüssel erreichen Ixelles nie. Das ist ein Fehler — und ein zunehmend erkannter: Das Viertel rund um den Place Eugène Flagey und die beiden Teiche (Étangs d’Ixelles) ist zum Inbegriff dafür geworden, wie Brüssel aussieht und sich anfühlt, wenn es nicht für Touristen performt.
Der Reiz ist dreiteilig: Art-Nouveau-Architektur (Dutzende bedeutende Fassaden, einige von Weltrang), Gastronomie und Cafés (die höchste Dichte an unabhängigen Restaurants in der ganzen Stadt) und das Kulturzentrum Flagey (eines der besten mittelgroßen Konzertgebäude Belgiens, untergebracht in einem bemerkenswerten Art-Déco-Bau).
Art Nouveau in Ixelles: ein ehrlicher Überblick
Die gängige Behauptung — Brüssel habe mehr Art-Nouveau-Gebäude pro Quadratkilometer als jede andere Stadt — lässt sich nicht präzise nachweisen, doch die Dichte in Ixelles und Saint-Gilles ist real und beeindruckend. Victor Horta, Paul Hankar, Gustave Strauven und Ernest Blérot arbeiteten alle intensiv hier, ungefähr zwischen 1893 und 1914, und ihre Bauten sind in unverhältnismäßig großer Zahl erhalten — im Vergleich zum restlichen Brüssel, das durch Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert einen Großteil seiner historischen Bausubstanz verloren hat.
Was man kostenlos sehen kann: Die Fassaden der Häuser in der Rue Defacqz, der Rue Paul-Émile Janson, der Rue Faider, der Rue Mercelis und der Avenue Louise sind von der Straße aus frei einsehbar. Ein Rundgang durch diese Straßen dauert etwa 90 Minuten und ist ohne Eintrittsgeld möglich. Die Qualität variiert — manche Fassaden sind perfekt erhalten, andere wurden verändert oder verkleidet — doch die Konzentration ist groß genug, um ein Dutzend bedeutende Gebäude zu sehen, ohne dieselbe Straße zweimal zu kreuzen.
Wichtige kostenlose Aussichtspunkte:
- Rue Defacqz 48 & 71 (Paul Hankars eigenes Haus und Auftragswerke)
- Rue Paul-Émile Janson 6 (Horta, 1893 — Hôtel Tassel, das erste Art-Nouveau-Haus in Brüssel, UNESCO-gelistet; Privatresidenz, nur Außenansicht)
- Rue Louis Hap 152 (Strauven-Fassade, aufwendiges Eisenwerk)
- Rue Faider 83 (Blérot, charakteristische Keramikkacheln und geschwungenes Glas)
Das Hôtel Tassel verdient besondere Erwähnung. Im Auftrag von Émile Tassel erbaut und 1893 von Horta fertiggestellt, gilt es weithin als das erste Gebäude im Art-Nouveau-Stil überhaupt — das erste, das Struktur und Ornament vollständig in eine kohärente Formensprache integrierte. Es ist eine Privatresidenz. Die Fassade ist von der Straße aus sichtbar. Das ist unbefriedigend, aber angemessen.
Place Flagey und die Teiche
Der Place Eugène Flagey ist das gesellschaftliche Herzstück von Ixelles. Der Platz wird vom Kulturzentrum Flagey dominiert — erbaut 1935–38 als Institut National de Radiodiffusion (INR), ein bemerkenswerter Art-Déco-Bau, der, wie die Brüsseler sagen, „einem gestrandeten Ozeandampfer” ähnelt. Im Inneren befinden sich zwei Konzertsäle (der Hauptsaal Henri Le Boeuf fasst 900 Personen) für Klassikkonzerte, Filmvorführungen und Theater. Das Programm lohnt sich anzuschauen; die Eintrittspreise sind erschwinglich (€15–35) und die Akustik im Hauptsaal ist ausgezeichnet.
An Samstagvormittagen (08:00–14:00) bedeckt der Markt am Place Flagey den Platz mit frischem Obst und Gemüse, handwerklichem Brot, Käse und Blumen. Es ist ein echter Markt, kein Touristenmarkt — die Kundschaft ist einheimisch, die Preise für Qualitätsprodukte vergleichbar mit Supermarktpreisen, und der Kaffee vom Wagen nahe dem Flagey-Eingang ist zuverlässig gut (€2,50).
Die Étangs d’Ixelles (Teiche): Zwei langgestreckte Teiche, verbunden durch ein kleines Gewässer, erstrecken sich südlich vom Platz. Die Uferwege werden von Joggern und Spaziergängern genutzt; die Café-Terrassen mit Blick aufs Wasser eignen sich für einen gemächlichen Morgenkaffee. Im Frühling ziehen die Teiche Ornithologen an (Haubentaucher und Eisvögel werden regelmäßig gesichtet). Im Sommer füllen sich die Terrassen mit Studierenden des nahe gelegenen ULB-Campus.
Essen in Ixelles: die ehrliche Auswahlliste
Ixelles hat die abwechslungsreichste und authentischste Restaurantszene in Brüssel. Die folgenden Orte sind echte Adressen mit bewährter Geschichte:
Ma Folie de Soeur (Rue Lesbroussart): Klein, belgisch-französisch, Hauptgang etwa €25–30. Stammgäste reservieren im Voraus.
Café Belga (Place Flagey): Das Terrassencafé im Erdgeschoss des Flagey-Gebäudes. Kaffee (€3,50), Hoegaarden (€4,50) — ein Café, das um 10:00 Uhr für einen Kaffee genauso funktioniert wie um 17:00 Uhr für ein Bier. Kein Restaurant; keine vollständigen Mahlzeiten.
Quartier Latin (Rue de la Paix): Vietnamesische Küche, die nichts mit Tourismus, aber alles mit Brüssels bedeutender vietnamesischer Gemeinschaft zu tun hat. Pho für €12, Frühlingsrollen für €8.
Bar Parallèle (Rue de la Boulangerie): Naturweinbar mit wechselnden Produzenten und fachkundigem Personal. Glas ab €7. Montags geschlossen.
Für den breiteren Kontext rund ums Essen in Brüssel gibt unser Guide zu den Brüsseler Vierteln einen Überblick darüber, wo man in der ganzen Stadt essen kann.
Art-Nouveau-Touren
Eine dreistündige geführte Art-Nouveau-Tour durch Brüssel umfasst die wichtigsten Gebäude in Ixelles, Saint-Gilles und im historischen Zentrum mit einem Spezialführer, der architektonischen und historischen Kontext vermittelt. Das ist deutlich besser als eine Selbstführung, wenn man über reine Fassadenerkennung hinaus verstehen möchte, was man sieht.
Eine Art-Nouveau-Wandertour mit einem lokalen Guide bietet einen persönlicheren Ansatz — typischerweise kleinere Gruppen, gesprächiger, flexible Routengestaltung je nach Interesse der Gruppe. Ideal für alle, die Diskussion einer strukturierten Führung vorziehen.
Der Brüsseler Art-Nouveau-Guide liefert den vollständigen Kontext darüber, welche Gebäude zugänglich sind, welche eine Voranmeldung erfordern und wie sich die Bewegung historisch entwickelte.
Anreise und Fortbewegung in Ixelles
Zu Fuß: Vom Grand-Place aus durch den Sablon nach Süden gehen (15 Min.), dann entlang der Rue Defacqz nach Osten in Richtung Ixelles. Alternativ über die Avenue Louise vom Sablon aus — etwa 20 Minuten bis zum Place Flagey.
Straßenbahn 81: Ab Gare du Midi oder vom Brüsseler Zentrum direkt zum Flagey. Etwa 15 Minuten ab Gare du Midi.
Bus 71: Fährt entlang der Chaussée d’Ixelles von der Bourse (nahe Grand-Place) bis zum Flagey — bei leichtem Verkehr etwa 15 Minuten.
Zu Fuß aus dem Europäischen Viertel: 15 Minuten südwärts entlang der Rue Belliard, dann westlich auf der Rue Gray.
Ixelles erkundet man am besten in aller Ruhe. Planen Sie einen ganzen Vor- oder Nachmittag ein — kein gehetzter 40-Minuten-Zwischenstopp zwischen anderen Sehenswürdigkeiten. In Kombination mit Saint-Gilles und dem Horta Museum ergibt sich ein vollständiger Art-Nouveau-Tag.
Top-Erlebnisse
Buchbare Aktivitäten mit geprüften Preisen und sofortiger Bestätigung über GetYourGuide.
