Grand-Place Restaurant-Fallen: Wo man nicht essen sollte (und wo schon)
Brussels: Secret Food Tours Brussels
Sollte man am Grand-Place in Brüssel essen?
Trinken Sie ruhig etwas, um die Aussicht zu genießen — aber kein volles Menü. Die Restaurants direkt am Platz und in der Rue des Bouchers verlangen satte Touristenpreise für mittelmäßiges Essen. Laufen Sie ein bis zehn Minuten zu Sainte-Catherine, Saint-Géry oder Dansaert für deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Aufpreis für eine Postkarte
Der Grand-Place ist einer der schönsten Plätze Europas — vergoldete Zunfthäuser, der Turm des Rathauses, das gesamte UNESCO-Ensemble. Es lohnt sich absolut, dort zu stehen, Fotos zu machen und zu verweilen. Was sich nicht lohnt, ist ein volles Menü zu bestellen, denn die Restaurants direkt am Platz und in seiner unmittelbaren Umgebung folgen einem einfachen Geschäftsmodell: Sie zählen auf Erstbesucher, die nie wiederkommen — und berechnen entsprechend.
Dieser Ratgeber ist keine Snoberei. Ein einzelnes Bier auf dem Platz, während man zusieht, wie sich das Licht auf dem Blattgold ändert, ist einer der günstigsten Genüsse Brüssels. Die Falle ist der €30-Teller mit mittelmäßigen moules-frites, der danach folgt.
So funktioniert die Falle
Die Gefahrenzone ist der Platz selbst plus die angrenzenden Gassen — vor allem die Rue des Bouchers und die Petite Rue des Bouchers, die touristischen „Restaurantstraßen” nördlich des Platzes. Die Mechanismen:
- Anwerben. Personal steht in den Türen und spricht Passanten direkt an. Kein gutes Brüsseler Restaurant muss das tun.
- Die Meeresfrüchte-Schau. Vereiste Türme aus Langusten und Austern vor dem Eingang signalisieren: Hier wird Spektakel verkauft, kein Wert.
- Mehrsprachige Bilderspeisekarten. Eine Karte in sechs Sprachen mit Foto von jedem Gericht ist für Leute gemacht, die nie wiederkommen.
- Das „Touristenmenü”. Dreigang-Pauschalen, die nach einem guten Angebot aussehen — und es selten sind.
Die Warnsignale auf einen Blick
Hat ein Lokal Karten in sechs Sprachen, Fotos der Gerichte, einen Werber an der Tür, einen Meeresfrüchte-Turm und ein ausgehängtes „Touristenmenü” — weitergehen. Zwei dieser Merkmale sollten bereits misstrauisch machen; alle fünf zusammen sind eine Garantie.
Wo man stattdessen isst (je nach Gehbereitschaft)
2 Minuten — für Atmosphäre ohne den schlimmsten Aufschlag: Die kleinen Gassen südlich des Platzes (rund um die Rue du Marché aux Fromages — auch „Pita-Straße” genannt) sind günstiger, wenn auch nicht gourmet. Gut für einen schnellen, preiswerten Happen.
5 Minuten — Saint-Géry & Dansaert: Brüssels hipper, designaffiner Stadtteil. Naturweinbars, moderne Bistros, guter Kaffee, junges einheimisches Publikum. Hier isst und trinkt Brüssel wirklich.
10 Minuten — Sainte-Catherine: Das historische Fischviertel und die richtige Antwort auf Meeresfrüchte. Mer du Nord / Noordzee ist eine beliebte Fischbar im Stehbetrieb (Kroketten, gegrillter Fisch, ein Glas Weißwein auf dem Gehsteig); die umliegenden Restaurants sind das wahre Ziel für moules-frites. Mehr dazu in unserem moules-frites-Ratgeber.
Für ein Getränk mit Geschichte in Platznähe: À la Mort Subite und Poechenellekelder (direkt beim Manneken-Pis) sind charaktervolle alte Brüsseler Cafés in Steinwurfweite vom Grand-Place — ohne den Terrassenaufschlag.
Der clevere Kompromiss
Beides tun. Ein Getränk am Grand-Place bestellen, eine halbe Stunde die Aussicht genießen — es lohnt sich — und dann fünf Minuten laufen, um zu essen. So bekommt man die Postkarte und ein Abendessen, an das man sich aus den richtigen Gründen erinnert.
Wer die Entscheidung lieber delegieren möchte: Eine Kleingruppen-Food-Tour führt zu zehn wirklich guten lokalen Adressen, und eine längere Food-Tour mit vollem Menü ist gleichzeitig das Abendessen. So oder so isst man, wo die Einheimischen essen. Mehr Optionen in unseren Ratgebern zu den besten Food-Touren und besten Restaurants.
Häufig gestellte Fragen — Grand-Place Restaurant-Fallen: Wo man nicht essen sollte (und wo schon)
Darf man etwas am Grand-Place trinken?
Ja — ein einzelnes Bier oder ein Kaffee auf dem Platz ist ein schöner kleiner Luxus, und man bezahlt für eine der schönsten Kulissen Europas. Rechnen Sie nur mit etwa dem Doppelten des normalen Stadtpreises, und bestellen Sie kein volles Menü.Was sind die Warnsignale einer Touristenfalle?
Speisekarten in sechs Sprachen draußen, Fotos von jedem Gericht, ein Hostess, der aktiv an der Tür wirbt, Meeresfrüchte-Türme zur Schau und 'Touristenmenüs' zum Festpreis. Alle fünf zusammen sind eine sichere Touristenfalle.
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