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Comics Art Museum Brüssel: Leitfaden zum Belgischen Comic-Zentrum

Comics Art Museum Brüssel: Leitfaden zum Belgischen Comic-Zentrum

Brussels: Brussels Comic Art Museum Entrance Ticket

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Lohnt sich ein Besuch des Comics Art Museums in Brüssel?

Ja, aus zwei Gründen: Es ist ein sorgfältig kuratiertes Museum der belgischen und europäischen Comics (Tintin, die Schlümpfe, die Künstler und ihre Arbeit) — und es ist in einem beeindruckenden Jugendstilgebäude von Victor Horta untergebracht. Man bekommt also Architektur und Comics in einem. Einplanen: 1,5–2 Stunden; zentral gelegen, ideal für Familien und Designliebhaber.

Comics und Horta unter einem Dach

Das Comics Art Museum — offiziell das Belgian Comic Strip Center (Centre Belge de la Bande Dessinée / CBBD) — ist ein doppelter Genuss. Es ist gleichzeitig ein ernsthaftes und freudvolles Museum der Kunstform, die Belgien der Welt geschenkt hat, und eines der schönsten Jugendstil-Interieurs der Stadt — denn es befindet sich in Victor Hortas ehemaligem Waucquez-Textilwarenhaus (1906). Ob man wegen der Comics oder der Architektur kommt: Man bekommt beides. So plant man den Besuch. Für den weiteren Rundgang: Comic-Route.


Das Gebäude (schon allein den Eintritt wert)

Noch vor den Comics: das Horta-Interieur — eine lichtdurchflutete zentrale Halle unter einem Glasdach, die charakteristische geschwungene Eisentreppe und das fließende Schmiedeeisenwerk, das Horta berühmt machte. Der Raum ist offen, hell und ein Paradebeispiel des Jugendstils — und eine seltene Gelegenheit, ein Horta-Interieur jenseits des Horta-Museums zu erleben (versteckte Jugendstil-Perlen). Selbst Comic-Muffel gehen beeindruckt hinaus.

Das Warenhaus wurde für das Textilunternehmen Waucquez entworfen und zwischen 1903 und 1906 gebaut. Horta, der sich in einer Phase befand, in der sein Büro von privaten Wohnhäusern zu öffentlichen und gewerblichen Bauten überging, brachte dieselbe organische Intelligenz in einen nüchternen Auftrag ein: maximales Tageslicht durch das zentrale Glasdach, zurückgesetzte Eisenstützen für einen offenen Grundriss und das inzwischen charakteristische fließende Metallwerk. Das Gebäude stand einen Großteil der Mitte des 20. Jahrhunderts leer — der Jugendstil kam katastrophal aus der Mode — und wurde Ende der 1980er Jahre für seinen heutigen Zweck gerettet.

Durch den Eingang zu treten und den Atrium über sich zu sehen, gehört zu den schönsten architektonischen Überraschungen Brüssels. Das Licht um die Mittagszeit, wenn es durch das Glasdach hereinströmt, lässt das Eisenwerk fast dekorativ wirken, genau so, wie Horta es beabsichtigt hatte.


Was im Inneren zu sehen ist

  • Die Geschichte des Comic-Strips — wie die Kunstform entstand, Zeichentechniken und Erzählweise, Originalplatten und Skizzen.
  • Die belgischen GroßenHergés Tintin, Peyos Schlümpfe, Lucky Luke, Spirou, Gaston Lagaffe und mehr, mit Originalzeichnungen.
  • Eine nachgebaute Tintin-Rakete und ikonische Szenarien, die zum Fotografieren einladen.
  • Wechselausstellungen zu Künstlern, Genres und der modernen Bande Dessinée-Szene.
  • Eine Spezialbibliothek und ein Comicshop für Fans.

Einplanen: 1,5–2 Stunden.

Die Dauerausstellung führt von den Ursprüngen des Comic-Strips als narrative Form — Rodolphe Töpffers Bildergeschichten aus dem 19. Jahrhundert sind hier vertreten — über das goldene Zeitalter des belgischen Verlagswesens Mitte des 20. Jahrhunderts, als Zeitschriften wie Tintin und Spirou Brüssel zu einem internationalen Zentrum dieser Kunstform machten. Die Originalplatten sind das Highlight: Eine Hergé-Seite aus der Nähe zu betrachten, mit all dem Bleistiftaufbau und der bewussten Präzision des Ligne-claire-Stils, ist eine völlig andere Erfahrung als das Lesen im Druck.


Die belgische Comic-Tradition: Warum sie bedeutsam ist

Belgien behandelt Comics als die „neunte Kunst” — eine legitime Kulturform auf Augenhöhe mit Kino oder Malerei — und dieses Museum spiegelt diesen Anspruch wider. Die Sammlung gibt sich nicht herablassend: Sie analysiert Erzähltechniken, Komposition und Charakterdesign mit derselben Strenge wie ein Kunstmuseum. Für Besucher, die mit Tintin oder den Schlümpfen als Kindheitsbüchern aufgewachsen sind, ist das Sehen der Originale aufrichtig bewegend. Für jene, die die belgische BD zum ersten Mal begegnen, ist das Museum eine großzügige und überzeugende Einführung.

Der Schwerpunkt liegt auf der franko-belgischen Tradition im Besonderen: der Bande Dessinée, die aus Brüssel und der frankophonen Welt entstand und sich deutlich von der amerikanischen Superheldentradition oder dem japanischen Manga unterscheidet. Sie ist europäisch in ihrer visuellen Zurückhaltung, literarisch in ihren erzählerischen Ambitionen und politisch in einer Tradition, die von Tintins Abenteuern aus der Kolonialzeit (kompliziert, viel diskutiert) bis zur beißenden Gesellschaftssatire späterer Generationen reicht.

Den vollständigen kulturellen Hintergrund liefert Belgische Comics erklärt.


Praktische Infos

  • Zentrale Lage nahe der Unterstadt / Rue des Sables, leicht mit den Wandmalereien kombinierbar.
  • Eintritt ca. €13 für Erwachsene, ermäßigt für Kinder/Senioren/Studenten; ein Museumsticket kann im Voraus gebucht werden, um die Warteschlange zu umgehen.
  • Montags geschlossen (aktuelle Öffnungszeiten prüfen).
  • Familienfreundlich, obwohl einige Inhalte auf die Comic-Kunst-Begeisterung Erwachsener ausgerichtet sind.

Der Museumsshop lohnt sich auch dann, wenn man nicht die gesamte Ausstellung besucht: Er ist gut bestückt mit Originalausgaben, Drucken und einigen schönen Sammlerstücken. Die Preise variieren stark; das günstige Segment eignet sich gut für ein Tintin-Souvenir mit mehr Substanz als die Version aus dem Flughafenshop.


Einen ganzen Comic-Tag daraus machen

Das Museum ist der ideale Indoor-Anker eines perfekten Brüsseler Comic-Tages:

  1. Vormittags: die Wandmalereien auf der Comic-Route entdecken — kostenlos und kurzweilig.
  2. Mittags: das Comics Art Museum für die Kunstwerke und das Horta-Gebäude.
  3. Nachmittags: tiefer in Tintin eintauchen (Leitfaden) oder in einem Comicshop ein Hergé-Souvenir stöbern.

Wer fachkundigen Kontext möchte: Eine Führung zu den Comic-Wandmalereien oder ein Tintin- und Straßenkunst-Spaziergang ergänzt das Museum perfekt.


Das Museum auf dem Jugendstil-Rundweg

Für Besucher, die den Jugendstil-Spazierweg unternehmen, bietet das Comics Art Museum eine leicht andere Perspektive als das Horta-Museum: Es handelt sich um ein Geschäftsgebäude statt eine Privatresidenz, was ein größeres, offeneres Interieur und eine weniger häusliche Atmosphäre bedeutet. Das Horta-Museum in der Rue Américaine ist das unverzichtbare Jugendstil-Interieur; das CBBD ist ein überzeugender Bonus, besonders für jene, die das Privathaus bereits besichtigt haben und Horta in größerem Maßstab erleben möchten.

Beide zusammen ergeben einen sehr befriedigenden Design-Tag: Horta-Museum am Vormittag für das intime wohnliche Genie, CBBD am Nachmittag für den großen öffentlichen Raum. Beide sind per Tram voneinander erreichbar, und keines beansprucht mehr als zwei Stunden.


Fazit

Lohnt sich. Nur wenige Museen bieten eine weltklasse Kunstform und ein UNESCO-würdiges Gebäude für einen bescheidenen Eintrittspreis. Comic-Fans werden die Originale lieben; alle anderen werden vom Horta-Interieur und dem besonderen Charme eines Landes, das Zeichner wie Nationalschätze behandelt, begeistert sein. Den Hintergrund dazu liefert Belgische Comics erklärt.

Häufig gestellte Fragen — Comics Art Museum Brüssel: Leitfaden zum Belgischen Comic-Zentrum

  • Was kostet das Comics Art Museum und wie viel Zeit braucht man?
    Die Eintrittspreise sind moderat (ca. €13 für Erwachsene, ermäßigt für Kinder/Senioren); einplanen sollte man 1,5–2 Stunden. Das Gebäude selbst — Hortas ehemaliges Waucquez-Textilwarenhaus — ist Teil der Attraktion, also unbedingt Zeit lassen, das Jugendstil-Interieur zu bewundern.
  • Ist das Comic-Zentrum für Kinder geeignet?
    Ja — Kinder, die die Schlümpfe oder Tintin kennen, werden begeistert sein; die Ausstellung ist interaktiv und farbenfroh, obwohl einige Bereiche eher auf die Wertschätzung von Comic-Kunst durch Erwachsene ausgerichtet sind. Perfekt kombinierbar mit der kostenlosen Stadtführung zu den Comic-Wandmalereien — für einen familienfreundlichen Comic-Tag.

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